Lernbegleitung im Studiengang Data Science

4. September 2018 Norma 0 Comments

Das Konzept für den neuen Studiengang ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber es gibt ein paar Eckpfeiler für das neue Ausbildungskonzept, die eine zentrale Rolle spielen werden. Dazu gehört die kontinuierliche Begleitung während dem Studium.

Abbildung 1 zeigt eine Übersicht über die drei Hauptziele in unserer Vision für die Ausbildung der Zukunft. Früher waren Lehrende die Hüter des Wissens und haben es ihren Studierenden weitergegeben. Wissen ist heute jedoch jederzeit überall verfügbar. Wissen zu finden ist also keine grosse Kunst mehr. Dessen Bewertung, Sortierung und Kondensation dafür umso mehr. Darum soll der Fokus der ProfessorInnen nicht mehr primär auf der Inhaltsvermittlung liegen. Im Zentrum soll neu die Lenkung des Wissenserwerbs stehen, statt dessen Vermittlung.

Abbildung 1: Unsere Vision für die Ausbildung der Zukunft.

Um die notwendigen Eigenschaften zu erreichen um in der Lage zu sein, Wissen zu sortieren, kondensieren und bewerten, sollen Studierende stärker in ihrer Mitverantwortung für den Lernerfolg einbezogen werden. Eine personalisierte Ausbildung erfordert von Studierenden die Mitgestaltung ihrer Lerninhalte, -Orte und –Zeiten zu übernehmen. Das bedingt ein gewisses Mass an Eigenverantwortung, die viele Studierende nicht per se mitbringen. Sie brauchen auf dem Weg dahin Unterstützung und Begleitung. Diese Begleitung soll ihnen während dem ganzen Studium zur Verfügung gestellt werden.

Wir stellen an unser Mentoringkonzept folgende Anforderungen:

  1. Eine Begleitung der Studierenden hat viele Facetten, die persönlich und sozial prägend sind (Siehe Abbildung 2). Aus diesen unterschiedlichen Aufgaben ergeben sich verschiedene Rollen für Begleitpersonen. Unterschiedliche Rollen bergen immer das Potential für Rollenkonflikte. Ein typischer Konflikt ist beispielsweise, dass es schwierig ist für Begleitpersonen die Studierenden auf der einen Seite zu unterstützen und zu coachen und sie dann auf der anderen Seite prüfen zu müssen. Optimalerweise ist für die Begleitung also nicht die gleiche Person verantwortlich wie für die Prüfung. So können die Begleitpersonen die unterstützende Rolle und das Vertrauensverhältnis für die Studierenden überzeugend wahrnehmen. Diese Trennung soll zudem das bekannte Problem der mangelnden Transferierbarkeit von Wissen adressieren. Studierende sind heute oft nicht in der Lage, angeeignetes Wissen in neuem, unterschiedlichem Kontext abzurufen. Durch die Trennung der Aneignung und der Prüfung wird die Transferierbarkeit zusätzlich gefordert und gefördert.
Abbildung 2: Mögliche neue Rollen von ProfessorInnen
  1. Studierende müssen im neuen Ausbildungskonzept nicht nur fachliche, sondern auch soziale und methodische Kompetenzen mitbringen, wenn sie das Bachelor-Diplom erhalten möchten. Dafür braucht es Möglichkeiten diese Kompetenzen aufzubauen. Dies soll einerseits durch die Gestaltung des Curriculums (Verhältnis von Team- und Alleinarbeit, Projekte, Intensiv-Wochen, Challenges, …) und andererseits durch die Begegnung mit Menschen die diese Skills besitzen und anwenden sichergestellt werden. Entsprechend müssen Begleitpersonen nicht nur fachliche, sondern auch zahlreiche soziale und methodische Kenntnisse mitbringen.

Durch diese Anforderungen ergeben sich allerhand offene Fragen & Herausforderungen für das neue Mentoringkonzept. Dazu gehören beispielsweise:

  • Ist es sinnvoll, dass MentorInnen keine Druckmittel über Studierende haben (Prüfung)?
  • Wer prüft, wenn nicht MentorInnen?
  • Sollen extra Leute angestellt werden nur zum Prüfen?
  • Wie geht man damit um, wenn Studierende denken, dass sie keine Begleitung brauchen?
  • Gibt es Leute, die so eine Stelle interessant finden würden?
  • Gibt es Leute die sowohl die fachlichen als auch die sozialen und methodischen Kenntnisse mitbringen?
  • Macht es vielleicht Sinn, fachliche und sozial-methodische Mentoren separat einzustellen? Und würde das nicht genau das Bild zementieren, dass beides nicht in einer Person zu finden ist?

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